Wegwerfen war gestern.



Hochwertige Instrumente sollen langlebig sein. Das ist nachhaltig und auf Dauer auch kostenschonend. Da besonders bei der Vorreinigung in Kliniken starke Säuren einsetzt werden, die der Oberflächenpatina normaler Edelstahlinstrumente stark zusetzen, setzt man hier zunehmend auf Instrumente aus Titan.

Gegenüber Stahl zeichnet sich ein Titan-Instrument zunächst durch sein geringeres Gewicht aus: Ein Titan-Instrument bringt nur rund 20% des Gewichts seines Bruders aus Edelstahl auf die Waage. Aber auch in der Optik besticht der Werkstoff: Titan kann man einfärben und die Instrumente dadurch leicht kenntlich machen. Vor allem aber die genannte Säurebeständigkeit begründet den unaufhaltsamen Siegeszug des Edelmetalls in Krankenhäusern.  

Für den Verwender ist Titan eindeutig der bessere Werkstoff, für den Hersteller ist es der Schwierigere. Vor allem bei der manuellen Bearbeitung von Titan stellen sich Herausforderungen, die so leicht nicht zu lösen sind: Titan wird schnell heiß, beim Schleifen lässt es sich deshalb nicht lange in der Hand halten. Auch beim Zerspanen erweist sich der Werkstoff als widerspenstig. Im Vergleich zum elastischen Edelstahl beißen sich am Titan die verwendeten Werkzeuge buchstäblich die Zähne aus.

Neben den höheren Materialkosten ist es daher vor allem der Bearbeitungsprozess, der den Preis begründet: Ein Titaninstrument kann leicht das zwei- bis vierfache eines klassischen Edelstahlinstruments kosten. Bei exakt gleicher Funktionalität. Doch trotz des höheren Preises hat der Siegeszug von Titan gerade erst begonnen. 





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